Soli-Tour: Alis Lagertagebücher in Tomsk, Sibirien, Russland

Mehr als 20 Einwohner_innen nahmen am Solidaritätsabend für den Jurnalisten der „Novaya Gazeta“ Ali Feruz teil, welcher am 20. Januar in Tomsk stattfand. Dies berichtet einer der Organisatoren der Veranstaltung TV2.

ِAli Feruz ist das Pseudonym des Autoren der „Novaya Gazeta“ Khudoberdi Nurmatov. Er ist in der usbekischen Stadt Kokand geborgen, ist aber in Russland aufgewachsen und beendete seine Schule in der Siedlung Ongudai im Altai. Seine Mutter, Brüder und Schwstern sind Bürger Russlands. 2004 fuhr Ali aus familiären Gründen zu seinem Stiefvater nach Usbekistan. Er bekam die usbekische Staatsangehörigkeit. Am 28. September 2008 entführten der Usbekische Sicherheitsdienst Ali von zuhause. Sie forterten von ihm, dass er über die politische Gesinnung seiner Bekannten berichten soll. Ali wollte nicht mit ihnen zusammenarbeiten und flüchtete aus dem Land. Nachdem ALi in Russland war, verlor er seinen Pass.

Seit August befindet er sich im „Zentrum vorübergehender Inhaftierung ausländischer Bürger“ . Das Gericht verurteilte ihn zur Abschiebung in seine Heimat. Mitarbeiter der Redaktion, Menschenrechtler_innen und Jurist_innen wollen das nicht zulassen, denn sie sind sich sicher: dort erwartet ihn der Tod.

„Ähnliche Veranstaltungen zur Unterstützung von ALi Feruz fanden auch in Irkutsk und Omsk und sogar im Ausland in Deutschland statt“, berichtet einer der Veranstalter Valentin Prokopenko TV2, „Unser Ziel, dass die Besucher_innen Alis Geschichte kennenlernen, und wie sie man ihn loswerden will. Dabei ist klar, dass, wenn sie ihn abschieben, dass ihm eine Gefängnisstrafe und sogar der Tod droht.“

Am Abend wurde aus Alis Lagertagebüchern gelesen, die er in der Gefangenschaft schreibt. Am End der Veranstaltung bastelten die Teilnehmer_innen Postkarten, die ihm zugestellt werden. [1]

[1] tv2.today, 21.01.2018

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