Alis Anhörung wird erneut verschoben

Es scheint die Behörden wollen Ali durch Isolation und Ungewissheit mürbe machen. Nur Verwandte – von denen keiner in Moskau wohnt –  bzw. seine Anwälte dürfen ihn im Abschiebelager besuchen, er wird von seinem eigenen Prozess in Moskau ausgeschlossen und hat nur zeitlich stark eingeschränkten Zugang zu seinem Telefon. All das ist Strategie.

Die Anhörung, die vom 27.09.2017 auf den 06.10.2017 verschoben wurde, wird nun erneut verschoben.

Der Journalist der Novaya Gazeta geht gegen die Entscheidung des Innenministerium über seine Ausweisung vor.

Die Hauptfrage, die bei der heutigen Anhörung entschieden werden sollte, war, ob Alis Fall ans Moskauer Stadtgericht übergeben wird. Die Partei des Angeklagten [das Innenministerium, Anm. d. Ü.] bestand darauf und erklärte, dass das Material ein Dokument enthielt, das Staatsgeheimnisse darstelle. Was genau vor sich geht, wissen selbst die Rechtsanwälte von Feruz nicht. Nach einigem Zögern weigerte sich die Richter Galina Grafova jedoch, den Fall an ein anderes Gericht zu übertragen. Von Feruz war heute vor Gericht keine Spur – dem Journalisten ist es immer noch untersagt, das Abschiebelager, wo er festgehalten wird, zu verlassen. Über seine Anwälte ließ Feruz anfragen, ob er an den Sitzungen teilnehmen kann. Die Richterin lehnte ab. Außerdem gab Grafova nicht die Erlaubnis, die Angestellten des Innenministeriums, die den Journalisten Asyl verweigerten, zu verhören. Im Ergebnis entschied das Gericht die Prüfung des Antrags zu verschieben, und gibt den Rechtsanwälten  Zeit, sich mit dem persönliche Fall bekannt zu machen und mit dem Widerspruch der Angeklagten. Es wurde beschlossen, den Prozess am 20. Oktober fortzusetzen.“[1]

[1] Echo Moskau, 06.10.2017 „Das Basmanej Gericht verschob erneut die Prüfung des Falls von Ali Feruz“

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