Werdegang und Engagement

Ein Leben zwischen zwei Staaten — ein Leben auf der Flucht
Ali ist 1987 in Usbekistan geboren. Er verbringt aber seine Kindheit und frühe Jugend in der russischen Region Gorno Altei bei seiner Mutter. Dort beendet er auch sein Schule.
Erst 2003 bekommt er die usbekische Staatsangehörigkeit und kehrt ein Jahr später in sein  Herkunftsland Usbekistan zurück.
2008 wird Ali vom Usbekischen Sicherheitsdienst entführt. Er ist bekannt als Bürgeraktivist und soll seine Bekannten bespitzeln und über deren politische Einstellungen berichten. Er weigert sich und wird daraufhin gefoltert und ihm und seiner Familie wird gedroht. Um aus der Situation zu entkommen stimmt er der Zusammenarbeit zu, um gleich nach Entlassung zu flüchten. Er flieht ins benachbarte Kirgistan. Dort wendet er sich an den UNCHR — ein Internationale Hilfsorganisation für Flüchtlinge und Staatenlose — um einen Asylstatus zu beantragen. Als Ali von Fällen erfährt, dass usbekische Geflüchtete regelmäßig in Kirgistan entführt werden, ergreift er wieder die Flucht — weiter nach Kasachstan. Dort wird kurze Zeit später ein Gesetz erlassen, dass die Abschiebung von Flüchtlingen zurück nach Usbekistan erleichtert. Das Gesetz wird demonstartiv angewendet und Ali ist auch in Kasachstan nicht mehr sicher.
2011 flieht er dann weiter nach Moskau. Dort wird ihm ein Jahr später die Tasche samt Pass gestohlen. Einen neuen beantragt er nicht, denn die Hürde ist zu groß — er müsste einen Antrag in der usbekischen Botschaft in Moskau stellen und anschließend nach Usbekistan reisen und das Dokument persönlich abholen. Geflüchteten wie Ali droht bei Einreise in Usbekistan aber eine hohe Gefängnisstraßen von 10 bis 20 Jahren. Diese bedeuten Folter und den sicheren Tod für ihn.

Engagement und Tätigkeiten
Trotz aller Sorgen und Probleme ist Ali immer aufgeschlossen, lebensfroh und motiviert. Seit 2014 ist Ali bei Grazhdanskoe Sodejstvie tätig. Das ist eine moskauer Organisation die Migrant*innen und Geflüchtete sozialarbeiterisch und juristisch unterstützt. Hierbei hilft Ali immer u.a. auch beim dolmetschen. Ali spricht neben Usbekisch auch Arabisch, und andere Sprachen aus dem zentralasiatischen Raum.
Seit 2015 engagiert Ali sich auch bei Amnesty International und informiert über die Situation in Russland. Seit über einem Jahr ist Ali freier Mitarbeiter bei der Novaya Gazeta — einer unabhängigen Zeitung in Moskau. Die Mitarbeiter_innen der Zeitung loben nicht nur sein Schreibtalent, mit dem er auch Journalisten-Wettbewerbe gewonnen hat. Sie betonen vor allem seine wertvollen Beiträge. Ali schreibt über die Rechte und Situation von Menschen mit Behinderungen, von Flüchtlingen und Migrant_innen aus Zentralasien und homosexuellen in Russland. Vor allem durch den Zugang zur migrantischen Sphäre eröffnet er den Leser_innen eine ihnen verschlossene Welt.
Seit 2016 ist Ali Forschungspartner der Georg-August-Universität Göttingen bei Projekt über Protestgruppen in Moskau. Er hilft als Experte bei Recherchen und vermittelte viele Kontakte.

 

Repressionen und Prozess

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