Repression und Prozess

Repression und Prozess
Seit Herbst 2015 stellt Ali immer wieder Anträge auf Asyl. Er befindet sich seit dem ununterbrochen im Asylverfahren. Nach Völkerrecht und auch russichem Recht darf er sich legal in Russland aufzuhalten, bis eine Entscheidung über seinen Status gefällt wird und alle Rechtsmittel ausgeschöft sind.
Nichtsdestotrotz sieht Ali keine sichere Zukunft in Russland, da die Behörden immer wieder die Anträge ablehnen und Alis Anwälte immer wieder in Einspruch gehen und vor Gericht kämpfen.
Im Februar 2017 wendet er sich an die deutsche Botschaft, mit der Bitte, eine Ausreise in die Europäische Union zu befürworten. Kurz nach der letzten Anhörung bei der Migrationsbehörde im März 2017, bekommt er sogar schriftlich durch das russische Innenministerium bestätigt, dass er sich gesetzesmäß in Russland aufhält (vorübergehendes Asyl). Trotzdem wird er bereits im März das erste Mal unter dem Vorwandt der Verletzung des Einreise- bzw. Migrationsrechts verhaftet. Vermutlich geschah dies auf Veranlassung der usbekischen Sicherheitsbehörden. Diese diffamieren Ali als Mitglied einer terroristischen Vereinigung — Vorwürfe, die durch eine Untersuchung der Novaya Gazeta und den russischen Behörden nicht bestätigt werden konnten. Für den Unterstützer_innenkreis ist klar: Er soll für seine Weigerung an der Zusammenarbeit mit den usbekischen Sicherheitsbehörden, seine Flucht und für seinen kritischen Journalismus bestraft und mundtod gemacht werden.

Seit der letzten Verhaftung lebt Ali in Angst und Unsicherheit. Am 1. August ist das worst-case-Scenario für Ali eingetreten: Er wurde wieder verhaftet. Diesmal aber gleich in einem anschließenden Eilverfahren verurteilt und sofort ins abgelegene Abschiebelager gebracht. Seine Anwälte gehen in Berufung, weil eine Abschiebung während eines laugfenden Asylverfahrens rechtswidrig ist.

Ali ist in den Händen der staatlichen Behörden aber nicht sicher. Bereits auf der Fahrt ins 3 Stunden entfernte Abschiebelager wurde er von den begleitenden Beamten misshandelt. Auch im Lager wurde ihm von der Lagerleitung gedroht, die anderen Inhaftierten gegen ihn auf Grund seiner Homosexualität aufzuhetzten.

 

 

Werdegang und Engagement

Publikationen