Alis Anhörung wird erneut verschoben

Es scheint die Behörden wollen Ali durch Isolation und Ungewissheit mürbe machen. Nur Verwandte – von denen keiner in Moskau wohnt –  bzw. seine Anwälte dürfen ihn im Abschiebelager besuchen, er wird von seinem eigenen Prozess in Moskau ausgeschlossen und hat nur zeitlich stark eingeschränkten Zugang zu seinem Telefon. All das ist Strategie.

Die Anhörung, die vom 27.09.2017 auf den 06.10.2017 verschoben wurde, wird nun erneut verschoben.

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Alis Klage gegen das Innenministeriem soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden

Der Prozess wird sich vermutlich zu einer Farce entwickeln. Das wird bereits am ertsen Prozesstag deutlich. Die Anhörung dauert keine halbe Stunde. Es wird ein besonders kleiner Gerichtssaal ausgewählt, sodass neben den Plätzen für die Gerichtsteilnehemr_innen gerade mal 15 Plätze für Zuhörer_innen bleiben. Vertreter_innen der Botschaften von Norwegen, Kanada und Lettland mussten aufgrund des Platzmangels sogar draußen bleiben. ِAli selbst war nicht anwesend. Als die Anklage [Alis Seite, Anm. d. Ü.] einen Antrag auf Akteneinsicht stellt, um die Begründung der Asylablehnung einzusehen, antwortete die Richterin, dass das Material dem Gericht noch nicht vorgelegt worden sei.
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Ali zu seiner Situation und ein Aufruf zur Kleiderspende für Insassen des Abschiebelagers

„Hallo an Alle!

Ich denke, eine solche Bitte aus dem Gefängnis habt ihr noch nie bekommen, ich werde der Erste sein. So, zuerst ein bisschen über mich. Mir geht es nicht perfekt, eher in perpetuum. Die Zeit und der Raum springen mal, dann schleppen sie sich langsam vorwärts. Die Tage vergehen wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Es verändern sich nur kleine Details, aber im Großen und Ganzen bleibt alles gleich. Ich versuche mehr zu lesen und zu schreiben. Bin jetzt Fan von Dowlatow geworden. Ich habe jetzt gelernt Domino und „Schiffe versenken“ zu spielen. Abends singen ich gemeinsam mit den Zellengenossen. Wir singen vor allem Lieder von „t.A.T.u“ und „Via Gra“ oder andere Popsongs.

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Ali zu den Haftbedingungen im Abschiebelager

[…] „Der tvrain Journalist, ein Mitglied der öffentlichen Überwachungskommission, Kogershyn Sagieva, traf sich mit Feruz in SUVSIG [Abschiebelager, Anm.d.Ü.] um herauszufinden, unter welchen Bedingungen er lebt und nahm den Monolog des Inhaftierten auf.

„Ich bin jetzt in der 32. Zelle im Frauenhaus im dritten Stock. Die Kamer ist wie eine Kamer. Vier-Mann-Kamer. Es gibt einen eisernen Boden mit einer Bank. Ein Fenster mit einem Gitter. Zwei Kameras, die rund um die Uhr überwachen. Toilette, Waschbecken, mein Nachbar ist ein Migrant aus Kirgisistan, Bischkek. Er soll auch abgeschoben werden. Er hat keine Probleme in seiner Heimat, er will so schnell wie möglich nach Hause. Weiterlesen

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Klage gegen die Entscheidung der Ablehnung des Asylantrages geht vor Gericht

28.08.

„Das Moskauer Basmanny-Gericht beginnt am 26. September mit der Anhörung der Klage vom „Novaya Gazeta“ Journalist Ali Feruza (Khudoberdi Nurmatov) gegen das Innenministerium wegen der Weigerung, ihm vorübergehende Asyl im Land zu gewähren, erzählt die Anwältin Irina Biryukova.

Wenn die Entscheidung [der Verweigerung vorrübergehendes Asyl zu gewähren, Anm.d.Ü.] als gesetzeswidrig beurteilt wird, wird die Migrationsbehörde den Antrag auf vorübergehende Asyl erneut überprüfen, und in diesem Fall wird in der Regel vorrübergehendes Asyl gewährt“, sagte Biryukova. […]“ [1] Weiterlesen

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Repression gegen moskauer Unterstützer_innen

Bei einer Demonstration am 26. August gegen Internetzensur in Moskau hat auch ein Block von Alis Supporter*innen teilgenommen. Sie hatten Plakate mit den Forderungen der Freilassung von Ali und Regenbogenfahnen dabei, sowie T-Shirts, bedruckt mit Alis Gesicht, an. Die Aktivist*innen wurden von einem nationalistischen Block, der ebenso an der Demonstration teilnahm, physisch angegriffen. Die Organisator*innen der Demonstration, die darum bemüht sind, verschiedenste Gruppen zu vereinen, haben sich zu diesem Vorfall nicht positioniert.
Elf Aktivist_innen wurden außerdem festgenommen, obwohl die Demonstration und die Teilnahme daran genehmigt wurde. Nach fünf Stunden kamen sie wieder frei. [1]

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Soliaktionen für Ali

Im Laufe der letzten 2 Wochen gab es in mehr als 20 Städten in mehr als 10 Ländern verschiedenste Soliaktionen und Solidaritätabekundungen für Ali. Eine Zusammenstellung gibt es in der → Galerie der Soliaktionen.

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Alis Zukunft in Deutschland

Alis Schicksal trifft auf viel Solidarität und Unterstützung weltweit.
Ali ist nicht nur ein herzensfroher, offner und liebenswürdiger Mensch, er ist auch ein talentierter Journalist. Er hat selbst Migrationshintergrund, spricht neben russisch und englsich auch mehrere zentralasiatische Sprachen und ist in der LGBT-Szene aktiv. Dadurch hat er Zugang zu Lebensrealitäten, die den meisten Menschen einer weißen heterenormativen Mehrheitsgesellschaft verborgen bleiben und ihnen durch seine Reportagen zugänglich gemacht werden. Weiterlesen

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Deutschland will Ali Feruz eine Einreiseerlaubnis ausstellen

In Deutschland ist man bereit, den Journalisten der „Novaya Gazeta“ Ali Feruz zu empfangen. Hier wollen sie ihn unterstützen. Nur muss er aus Russland rausgelassen werden.
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Spenden für Ali und den Unterstützer_innenkreis

Die Unterstützer_innengruppe in Russland bemüht sich, dass Ali täglich Besuch bekommt, ein bekanntes Gesicht sieht und ein Paket mit Päckchen mit wichtigen Sachen bekommt. Die Besuchszeit ist begrenz und es werden nur Familienangehörige oder Personen einer Organisation oder seine Anwälte zu ihm gelassen. Neben Wasser, Antidepressiva, Kosmetik, Papier und Stifte, Zigaretten und Bücher bringen die Besucher_innen auch die Briefe für Ali mit. Das Lager ist drei Stunden von Moskau entfernt. Ein zeitlicher und finanzieller Aufwand für die Supporter_innengruppe.

Bitte Unterstützt die Supporter_innen und Ali und Spendet Geld.

Von dem Geld werden die Rechts- und Verpflegungskosten und die Fahrt der Supporter*innen von Moskau zum Abschiebelager bezahlt.

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